Nachtvolk

Schönenbach Projekt

fonorum 8004 • 2005-11-18
Nachtvolk

Nach einer Planungsphase und der Erstellung eines ersten Konzepts durch Lucas Dietrich im Frühjahr 2003 wurde das “Schönenbach Projekt” im Sommer 2003 (22. – 24. August) in der Vorsäßhütte 345 in Schönenbach/Bregenzerwald iniziiert.

Die spezielle Geografik des Probe- und Aufnahmeorts sowie die Akustik der Örtlichkeit spielten hierbei eine wichtige Rolle. Hierbei handelte es sich um ein auf 300 Jahre geschätztes altes Holzhaus in Schönenbach. Probe- und Aufnahmeort bildete der Heuboden des Stalls: hier kann in keiner Weise von „perfekten“ Bedingungen im raumakustischen Sinn gesprochen werden.

Geräusche in- und um die Hütte wie ein direkt angrenzender Wildbach, Regen, Vieh etc. sind allgegenwärtig und Bestandteil der Konzeption. Zwar entsteht dadurch eine proben- und aufnahmetechnisch schwierige Situation, die aber zugleich in ihrer Zufälligkeit nicht rekonstruierbar ist und so der Unverwechselbarkeit der Aufnahme zugute kommt. Die weitestgehend naturbelassene Umgebung, die abgeschottete Lage des Talkessels sowie die Authentizität des Ortes Schönenbach mit den in den Ursprüngen teilweise hunderte Jahre alten Holzhütten kamen dem Inhalt des Projekts ungemein entgegen: Es wurde nicht und klinischen Bedingungen gearbeitet, vielmehr wurde die Konzeption der „Sagen“ durch die ungemeine Präsenz des Ortes authentisch, die Sage wurde „spürbar“. Das Resultat dieser Arbeit wäre unter anderen Umständen, zum Beispiel im Studio oder in einer Stadt, nicht denkbar gewesen – darin waren sich alle Projekt-Beteiligten einig.

Als das Projekt 2005 zusammen mit Augustin Jagg vom Theater Kosmos wieder aufgegriffen wurde, war bereits in der frühen Planungsphase klar, dass für die Aufnahmen und auch für die Aufführungen nicht jeder Ort in gleichem Maße geeignet wäre, die spezielle Stimmung des Sagenprojekts widerzuspiegeln und aufzufangen. Von Augustin Jagg kam der Vorschlag, die CD Aufnahmen im «Wyberhus» der Propstei St. Gerold zu machen. Dieser Ort erfüllte die Bedingungen in jeder Hinsicht perfekt, und so fanden die Aufnahmen dort vom 8. – 11. August 2005 statt. Die Nachbearbeitung (Mix, Ergänzungen, Aufnahme Sprache, Master) der Aufnahmen erfolgte im Zeitraum August bis Oktober 2005.

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