Nachtvolk

Schönenbach Projekt

fonorum 8004 • 2005-11-18
Nachtvolk

Das musikalische Konzept bezieht sich auf die Vorarlberger Sagenwelt, im Speziellen die Sagen des Bregenzerwaldes und des Oberlands und findet Ihren Grundgedanken in Literatur (v.a. in der Sagensammlung Franz Josef Vonbun/Richard Beitel, siehe auch Fussnoten) und in mündlich tradierten Erzählungen. Diese Sagenwelt im allgemeinen und einzelne Sagen im konkreten Fall bildeten sowohl den Ausgangspunkt für die Komposition und deren einzelnen Abschnitten als auch die Basis für Improvisation der Musiker im Rahmen des Konzepts. Die (zeitgenössische) Komposition bildet somit die Grundstruktur für die interpretatorische und improvisatorische Umsetzung des Konzepts „Sagen“.

Als kompositorischer Rahmen, der als „Komposition in Progress“ gedacht wird, gilt in etwa folgende Aufteilung: 1/3 Komposition, 1/3 Improvisation, 1/3 Entwicklung vor Ort. Als kompositorisches Grundgerüst diente eine Struktur von neun unterschiedlichen Elementen (siehe auch weiter unten zur genaueren Erläuterung) welche kombiniert, ergänzt oder verändert werden können. Unter Entwicklung fällt etwa die Selektion von Material während der Proben, aber auch nach den Aufnahmen. Zudem zählt hierzu das Arrangement der erarbeiteten Teile innerhalb des Leitfadens oder die Nachbearbeitung des aufgenommen Materials. Grundlage sollte das instrumental-akustische Aufnahmematerial bilden, das durch elektronische Elemente (Geräusch- und Stimmaufnahmen, Effekte, Verfremdungen) ergänzt wurde.

Erweitert und bereichert wurde das Konzept 2005 durch die Zusammenarbeit mit Augustin Jagg, der die gelesenen Sagentexte als wichtiges programmatisches Element einbrachte. Aufgrund der Vorarbeit der Musiker und des bereits bestehenden Konzepts war es evident, dass die Musik nicht zum Begleitteppich oder plakativer Untermalung des Textes werden sollte, sonder dass Sprache und Musik vielmehr eigenständige Elemente darstellen würden, die miteinander
interagierten.

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